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Bestandteile eines Businessplans
1.
Zusammenfassung der Geschäftsidee
Die Zusammenfassung
enthält einen kurzen und übersichtlichen Abriss aller wichtigen
Aspekte des Businessplans (grundsätzlich nicht mehr als eine
Seite). Dieser Gliederungspunkt wird in aller Regel erst zum
Schluss verfasst, wenn der gesamte Geschäftsplan fertiggestellt
ist.
Diese Fragen sollten hier
beantwortet werden:
- Was ist
meine Geschäftsidee?
- Warum mache ich mich
Selbstständig?
- Über welche Kompetenzen
verfüge ich bzw. mein Unternehmerteam?
- Wie
verteile ich ggf. die Managementaufgaben?
- Wie sieht meine Finanzplanung aus?
- Wo sehe ich
Chancen und Risiken?
2. Geschäftsidee
An den Anfang eines Unternehmenskonzeptes gehört zunächst
eine präzise Beschreibung des Vorhabens. Darin sollten so kurz
wie möglich, aber auch so ausführlich wie nötig die wesentlichen
Elemente der Geschäftsidee in verständlicher Form
zusammengefasst werden. Je nach Geschäftsidee werden die
Schwerpunkte in der Beschreibung variieren.
Es empfiehlt
sich, das Produkt oder die Dienstleistung mit einfachen Worten
zu beschreiben, so dass es auch ein Nicht-Fachmann versteht und
attraktiv findet. Zudem geht es um die Herausstellung des
»gewissen Etwas«: Was unterscheidet also das Unternehmen von
allen anderen Mitbewerbern am Markt? Das Zauberwort lautet
»Alleinstellungsmerkmal«! Technische Details sind oft
überflüssig. Stattdessen sollte besser versucht werden, dem
Leser eine Vorstellung von der Idee zu vermitteln und ihm zu
erklären, warum die Kunden das Produkt bzw. die Dienstleistung
kaufen werden.
- Welche Produkte oder
Dienstleistungen werden verkauft?
- Was ist der
Kundennutzen?
- Was ist das Besondere des Produkts bzw.
der Dienstleistung?
- Erfüllt das Produkt/die
Dienstleistung einen echten Wunsch der Kunden?
- Ist
das Produkt/die Dienstleistung einzigartig oder gibt es
zumindest ein klares Unterscheidungsmerkmal zur
Konkurrenz?
Achtung! Die
Geschäftsidee sollte möglichst auf eigenen Kenntnissen und
Berufserfahrungen aufbauen. Vorsicht also bei der Kopie fremder,
schwer verständlicher Konzepte oder dem Einstieg in wenig
bekannte Branchen.
Im Prinzip besteht jeder
Businessplan aus drei Teilen:
- Konzept (Textteil
mit der Beschreibung des Vorhabens),
- Finanzplan
(Zahlenteil mit privatem Finanzbedarf, Rentabilitätsvorschau,
Liquiditätsplanung sowie Kapitalbedarf und Finanzierung),
- Anhang (z. B. Lebenslauf, Prospekte Ihres Produkts oder
Ihrer Dienstleistung).
Wenn Sie den
Businessplan ohne Hilfe Ihres IHK-Experten erstellen, lassen Sie
ihn von Fachleuten prüfen, bevor Sie damit z.B. an eine Bank
herantreten!
Die Planung hilft, die Erfolgsaussichten des
Unternehmens richtig einzuschätzen und dient Kreditinstituten,
der Handelskammer oder Einrichtungen als Grundlage, die
Realisierbarkeit des Vorhabens zu prüfen.
Kunden und
Kundinnen
Eine genaue Vorstellung über Kundenzielgruppe
und Markt ist wichtig. Nur wer genau weiß, wen er mit dem
Produkt oder der Dienstleistung ansprechen will und wie sich die
derzeitige Marktsituation darstellt, kann Preisgestaltung,
Werbestrategie und Sortiment vernünftig planen.
Folgende Fragen sollten u. a. beantwortet werden
können:
- Wer ist mein/-e Kunde/-in?
- Bin ich von wenigen Großkunden/-innen abhängig?
- Besteht Bedarf an meinem Produkt / meiner Dienstleistung
und wie ist das Kaufverhalten? (Kundenanalyse)
- Habe
ich einen Überblick über den Markt meiner Produkte /
Dienstleistungen?
- Wie ist die
Branchenentwicklung?
Eigene Umfragen können hier
sehr aufschlussreich sein, ebenso wie Telefonate mit Unternehmen
der Branche. Banken und Sparkassen verfügen oft über aktuelle
Branchenuntersuchungen, die ebenfalls wertvoll sein können bei
der Darstellung, wie sich das künftige Unternehmen im Vergleich
dazu entwickeln wird.
Wettbewerb
Wenn der
angestrebte Markt profitabel ist, gibt es fast immer jemanden,
der dort bereits aktiv ist oder sein wird. Es muss also
ermittelt werden, wer zu den Konkurrenten zählt. Zur Recherche
können hierfür z. B. das Internet, die »Gelben Seiten« oder
Informationen unserer Handelskammer oder des jeweiligen
Fachverbandes genutzt werden.
- Wer sind meine
wichtigsten Mitbewerber:innen/welches sind die wichtigsten
Konkurrenzprodukte?
- Welche Stärken und Schwächen haben
meine Mitbewerber:innen?
- Wie kann ich mich von der
Konkurrenz abheben?
Standort
Der
Standort spielt oft eine entscheidende Rolle für den
Unternehmenserfolg. Die falsche Wahl setzt jungen Unternehmen
oft Schranken im Wachstum oder führt sogar zum vorzeitigen
„Aus“.
- Wo werden sich meine Betriebsräume
befinden?
- Verfügt der Standort ggf. über die richtige
Kundennähe?
- Hat das Einzugsgebiet genügend Größe und
Kaufkraft?
- Wie sieht es mit der Verkehrsanbindung und
Parkmöglichkeiten aus?
- Eignen sich die vorgesehenen
Betriebsräume für meine Zwecke, auch für spätere
Erweiterungen?
- Wie hoch sind Miete und Nebenkosten,
Kaution und Courtage?
- Darf die geplante Tätigkeit an
diesem Ort ausgeübt werden?
- Bestehen behördliche
Auflagen oder Änderungspläne?
Preisstrategie
Die Preispolitik ist ein
entscheidendes Marketinginstrument, das nicht nur das Gewinn-
und Umsatzniveau eines Unternehmens bestimmt, sondern auch einen
wesentlichen Einfluss auf die Positionierung am Markt hat. Es
ist wichtig, folgende Fragen zu stellen:
- Welche
Grundlage liegt meinen Preisberechnungen zugrunde?
- Welche Preise sind für mein Produkt oder meine
Dienstleistung auf dem Markt üblich?
- Welche
Preisstrategie verfolge ich und warum? (z. B. Hochpreis oder
Niedrigpreis)
Vertriebsstrategie
Um
erfolgreich am Markt bestehen zu können, reicht es heutzutage
nicht mehr aus, ein gutes Produkt oder einen hervorragenden
Service anzubieten. Eine konkrete Vertriebsstrategie ist
unerlässlich. Es ist ratsam, frühzeitig über folgende Fragen
nachzudenken:
- Wie werde ich mein Angebot vermarkten
und vertreiben?
- Welche Maßnahmen plane ich, um
meinen Vertrieb zu stärken? (z. B. Werbung, Akquisition,
Kooperationen)
- Bestehen bereits Kontakte zu
potenziellen Kunden oder Geschäftspartnern?
3.
Angaben zum Unternehmen
Gründungsperson und
Unternehmen
Ob es die Wahl der Rechtsform, die
Organisationsstruktur des Unternehmens oder die Auswahl der
Mitarbeiter:innen ist – eine gut strukturierte und wohl
überlegte Unternehmensplanung auch in dieser Hinsicht hat einen
entscheidenden Einfluss auf den langfristigen Erfolg der
Unternehmung.
Diese Fragen sollten in diesem Zusammenhang
beantwortet werden können:
- Wer gründet und führt
das Unternehmen?
- Wer übernimmt schwerpunktmäßig
welche Aufgaben?
- Welche persönlichen und
unternehmerischen Voraussetzungen sind vorhanden?
- Welche fachlichen Vorerfahrungen und Kontakte
bestehen?
- Welche persönlichen, fachlichen und
unternehmerischen Kenntnisse sind vorhanden?
- Welche
hilfreichen Erfahrungen und Kontakte bzw. Netzwerke
bestehen?
Rechtliche Grundlagen
- Welche Rechtsform ist für mein Vorhaben geeignet?
- Sind alle gewerberechtlichen Fragen geklärt (z. B.
Konzession)?
- Sind die planungs- bzw. baurechtlichen
Voraussetzungen gegeben?
- Wurden
datenschutzrechtliche Themen berücksichtigt?
- Wurden
planungs- bzw. baurechtlichen Anforderungen
berücksichtigt?
Organisation und
Mitarbeitende
- Wie sieht die Betriebsorganisation
(Aufbau- und Ablauforganisation) aus?
- Wie viele
Mitarbeitende mit welchen Qualifikationen werde ich
beschäftigen?
- Welche Aufgaben lassen sich durch
Software oder auch Outsourcing übertragen?
4.
Finanzen
Privater Finanzbedarf
Eine Aufstellung
der gesamten privaten Einnahmen und Ausgaben hilft bei der
Beantwortung der Frage, wie viel mit dem Vorhaben erwirtschaftet
werden muss, um den Lebensunterhalt zu sichern.
Umsatz-
und Ertragsvorschau
Zu den wichtigsten, wohl aber auch
schwierigsten Berechnungen im Rahmen der Gründungsplanung zählt
die Umsatz- und Ertragsvorschau (Rentabilitätsvorschau). Wenn
auch eine derartige Prognose naturgemäß mit Unwägbarkeiten
behaftet ist, so sollten Sie durchaus in der Lage sein, die
Erfolgschancen des Leistungsangebotes möglichst realistisch
einzuschätzen. Bei der dafür notwendigen Ermittlung des
Marktpotenzials und der Konkurrenz- und Standortanalyse können
eigene Erfahrungen eingebracht oder auch erfahrene Fachleute
(Unternehmensberater, Steuerberater, Bekannte mit
Branchenkenntnis usw.) hinzugezogen werden. Über bestimmte
Branchen, z. B. im Einzelhandel, liegen
Betriebsvergleichsergebnisse vor, die Anhaltspunkte für die
eigene Planung bieten können. Diese Informationsquellen können
bei unserer Handelskammer oder den Fachverbänden erfragt werden.
Zu berücksichtigen ist jedoch, dass die geschäftlichen
Erwartungen mit den individuellen betrieblichen Kapazitäten
übereinstimmen.
Wenn der Lebensstandard gehalten und
mindestens so viel verdient werden soll wie bisher in der
Anstellung, müssen die Gewinne je nach Familienstand und
persönlicher Steuerbelastung bis zu 50 Prozent höher liegen als
das bisherige Nettogehalt, weil Unternehmer alle
Sozialleistungen wie z. B. Rentenversicherung und
Krankenversicherung allein zu tragen haben. Zu bedenken ist,
dass die Gewinne nicht nur den Lebensunterhalt sicherstellen,
sondern auch die Schuldentilgung und darüber hinaus die
Substanzerhaltung sowie ein angemessenes Unternehmenswachstum
ermöglichen sollen.
Liquiditätsplanung
Eine
fundierte Liquiditätsvorschau zeigt die Zahlungsfähigkeit für
einen bestimmten Zeitraum an. Die zu erwartenden Einnahmen sind
den Ausgaben gegenüberzustellen (Monats- und
Quartalsübersicht).
Kapitalbedarfs- und
Finanzierungsplan
Eine solide Finanzierung ist die Basis
für jeden Unternehmensaufbau. Gründlich zu bedenken ist daher
zunächst, wie viel Geld gebraucht wird für:
- Investitionen wie z. B. Grundstück, Gebäude,
Einrichtungen, Maschinen, Fahrzeuge
- Warenlager,
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
- gründungsspezifische
Ausgaben wie z. B. Notar- und andere Gebühren,
Einführungswerbung
- Betriebsmittel, z. B.
Anlaufkosten
- Privatbedarf zur Überbrückung der ersten
Phase
Nach Ermittlung des Finanzbedarfs ist zu
überlegen, welche »Bausteine« zur Finanzierung des Vorhabens in
Betracht kommen. Die entscheidende Grundlage dafür bilden die
Eigenmittel. Sie müssen in angemessenem Umfang eingesetzt
werden, um eine solide und krisenfeste Finanzierung zu
erreichen.
Der Investitionsbedarf und auch ein Teil des
Betriebsmittelbedarfs sollten durch Eigenkapital und/oder
längerfristiges Fremdkapital (Bankkredite, öffentliche Kredite)
finanziert werden. Zu prüfen ist, ob vorteilhafte staatliche
Finanzierungshilfen (Darlehen, Zuschüsse, Bürgschaften) in
Anspruch genommen werden können (s. Kapitel 4). Benötigt werden
ausreichende kurzfristige Finanzmittel (Kontokorrentkredite).
Erfahrungsgemäß sollte die Kreditlinie nicht zu niedrig
angesetzt werden, da sonst Liquiditätsschwierigkeiten entstehen
können. Eine ausreichende Reserve für den privaten
Lebensunterhalt muss eingeplant werden, bis der neue Betrieb
ausreichende Erträge abwirft.
Das erforderliche
Fremdkapital kann von Banken und Sparkassen zur Verfügung
gestellt werden. Da deren Konditionen voneinander abweichen
können, sollte man Vergleiche anstellen. Es empfiehlt sich
jedoch, zunächst die eigene Hausbank anzusprechen.
Vorteile der Businessplanvorlage in der
Unternehmenswerkstatt Deutschland (UWD)
Nutze
die kostenfreie Businessplanvorlage der Unternehmenswerkstatt
und profitiere von
- Einer Vorlage, die die
Anforderung einer Bank oder der Agentur für Arbeit für den
Gründungszuschuss erfüllt.
- Einen Leitfaden, der bei
der Erstellung des Businessplans unterstützt.
- Einen
persönlichen Experten der mit Rat und Tat zur Seite
steht.
- Die Möglichkeit aus der UWD heraus bei Ihre
regionalen Bürgschaftsbank eine Finanzierungsanfrage zu
stellen